Beschreibung*
Bestimmung von physiologischen und anormalen Hämoglobinfraktionen mittels HPLC
Ziel und Zweck der Untersuchung
Die Diagnostik der Hämoglobinopathien beruht auf einem Zusammenspiel verschiedener Analysen (Blutbild, Eisenstatus, Hämoglobindifferenzierung, etc.) und wird in der Regel als Stufendiagnostik durchgeführt. Hierbei dient die hochauflösende Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie zur Trennung und Quantifizierung der normalen Hämoglobine (HbA, HbA2 und HbF) sowie zum Nachweis anomaler qualitativer (z.B. HbS, HbD, HbE, HbC und HbX) und quantitativer (z.B. Thalassämien) Hämoglobinvarianten. HbX steht für ein nachgewiesenes anormales Hämoglobin, das ohne Molekularbiologie nicht eindeutig weiter zugeordnet werden kann. Es gibt auch Misch- oder Kombinationen beider Störungen, z.B. HbSC-Krankheit, HbS-β-Thalassämien oder HbE-α-Thalassämien. Bei der Diagnostik von Hämoglobinfraktionen ist neben pathologischen Varianten ebenso die altersabhängige Veränderung der einzelnen Fraktionen zu beachten. Reife Neugeborene haben etwa 80 % HbF und 20 % HbA. Im Verlauf des ersten Lebenshalbjahrs vollzieht sich allmählich der Switch von HbF zu HbA, bis nach dem 12. Lebensmonat der bleibende Status des Erwachsenen erreicht wird.
Prinzip des Verfahrens
Die Trennung der verschiedenen Hämoglobinfraktionen HbA2, HbF und falls vorhanden HbS/C/D/E sowie anderer anomaler Hämoglobine erfolgt basierend auf dem Verfahren der Hochleistungs-Flüssogchromatographie (HPLC) mit einer porenfreien Kationenaustauschsäule anhand des Ionenunterschieds.
Literatur
1. Kohne: Hämoglobinopathien (Thomas L.) 2. AWMF: Leitlinien-Thalassaemie 3. Huber: Anomale Hämoglobine: Erscheinungsbilder und Abklärung 4. Kohne: Hämoglobinopathien - eine Langzeitstudie über vier Jahrzehnte 5. Kulozik: Hämoglobinopathien nehmen zu 6. Huber et. al: Thalassämie-Syndrome: Klinik und Diagnose (Schweiz Med Forum 2004; 4: 947-952) 7. Diagnostik von Hämoglobinopathien. https://www.trillium.de/akademie/cme-portal/diagnostik-von-haemoglobinopathien-integrierter-befund-fuer-mehr-klarheit.html 8. EMQN Best Practice Guidelines for molecular and haematology methods for carrier identification and prenatal diagnosis of the haemoglobinopathies 9. Significant haemoglobinopathies: A guideline for screening and diagnosis
Ergebniseinheit
%
Einheiten(sonstige)
nicht zutreffend
Synonyme
Hämoglobinopathien, Hämoglobin Varianten, Hämoglobinstrukturvarianten. HbA, adultes Hämoglobin HbF, fetales Hämoglobin HbS, Sichelzellhämoglobin HbD, Hämoglobin D HbC, Hämoglobin C HbE, Hämoglobin E HbX, anomales Hämoglobin welches nicht näher zugeordnert werden kann
Analysenfrequenz
Montag bis Freitag - die Abarbeitung erfolgt am Montag, Mittwoch, Freitag und b.Bedarf
Nachforderungsmöglichkeit der Analyse
(Stunden, Tage)
4 Tage
Spezimen
(Plasma, Serum, Harn)
Vollblut
Sammelperiode
nicht zutreffend
Mindestvolumen pro Anforderung vor Zentrifugation
(vor Zentrifugation)
1 ml
Abnahmegefäß inkl. Zusatzstoffe
K-EDTA Monovette
Abnahmegefäß inkl. Zusatzstoffe(sonstige)
Citratröhrchen, heparinisierte Röhrchen, laut Benutzerhandbuch haben Antikoagulanzien keinen Einfluss auf die Analysewerte
Spezielle Präanalytik - Probentransport
Geronnene oder überalterte Proben können im Verfahren zusätzliche Fraktionen verursachen und werden gegebenenfalls nicht akzeptiert. Nach Bluttransfusionen ist eine Erstdiagnostik von Hämoglobinvarianten nicht aussagekräftig, da durch die transfundierten Fremderythrozyten keine verlässliche Interpretation möglich ist. Bluttransfusionen müssen daher auf dem Anforderungsformular unbedingt angegeben werden.
Messbereich
HbF 0,3-50%; HbA2 1,8-9,9%; Anomale Hämoglobine (inkl. HBS,C,D,E und HBX) 0,1% - 100%
Allgemeine Störungen
(z.B. Lipämie, Hämolyse, Bilirubinämie)
CAVE: nach Erythrozytengabe und bei Erkrankungen mit verkürzter Erythrozytenüberlebenszeit ist die Bestimmung nicht aussagekräftig und darf nicht zur Überwachung einer Hämoglobinopathie herangezogen werden. Keine geronnenen Proben verwenden. Proben in sehr geringer Menge und mit niedrigem Hämatokritwert müssen möglicherweise vor der Analyse verdünnt werden. Bei geringer Probenmenge oder niedrigem Hämatokritwert kann die TOTAL AREA (Gesamtfläche) bei weniger als 900 liegen. In dem Fall ist das Testergebnis nicht verlässlich. Die Probe verdünnen und die verdünnte Probe mit Hilfe nachfolgenden Verfahrens erneut testen. s.verlinkte Dokumente
Kreuzreaktionen
(z.B. immunologisch)
keine bekannt
Kennzeichnung des Analyse-Verfahrens nach MPG / IVDR
CE-IVD Zertifikat
Für die zur Verfügung gestellten Informationen kann keinerlei Gewähr im Hinblick auf Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität übernommen werden. Haftungsansprüche, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind ausgeschlossen. Die Verwendung und Nutzung der Zusammenstellungen liegt daher alleine im Verantwortungsbereich des Anwenders/der Anwenderin, welche(r) das ZIMCL/tirol kliniken gegenüber Ansprüchen Dritter schad- und klaglos halten wird.