Beschreibung*
Quantitative Bestimmung von löslichem Interleukin-2 Rezeptor (sIL-2R) in humanem Serum mittels Festphasen-gebundenem immunometrischen Sandwich-Chemilumineszenzassay
Ziel und Zweck der Untersuchung
Der Rezeptor des Zytokins Interleukin-2 (IL-2) ist entscheidend an der Regulierung von Immunantworten beteiligt. Die Bindung von IL-2 an den entsprechenden Rezeptor (IL2R) an der Oberfläche von T-Lymphozyten löst ein intrazelluläres Signalgeschehen aus, das zur Aktivierung und Proliferation von ruhenden T-Zellen und letztlich zur Bildung von Helfer-, Suppressor- und zytotoxischen T-Zellen führt, die Immunreaktionen vermitteln. Der IL2R ist der einzige bekannte Rezeptor eines Wachstumsfaktors, der aus drei verschiedenen Membrankomponenten besteht: einer alpha-Kette (IL2Ralpha) – das so genannte Tac-Antigen (MW 55 kDa) –, einer beta-Kette (IL2Rbeta; MW 70–75 kDa) und einer gamma-Kette (IL2Rgamma; MW 64 kDa). Diese drei Komponenten treten in verschiedenen Kombinationen auf und bilden somit verschiedene Formen des IL-2-Rezeptors mit jeweils unterschiedlichen Bindungsaffinitäten zum IL-2. Die meisten ruhenden T-Zellen, B-Zellen, großen granulären Lymphozyten (LGLs) und Monozyten exprimieren keine signifikanten Mengen dieses Rezeptors an ihrer Oberfläche. Nach ihrer Aktivierung werden Rezeptormoleküle an der Zelloberfläche exprimiert, und es wird eine lösliche Variante der Rezeptors (sIL2R) freigesetzt, die um etwa 10 kDa kleiner ist als das membrangebundene Protein. Es wurde festgestellt, dass geringe Mengen an sIL2R im Serum von gesunden Personen und signifikant erhöhte Konzentrationen bei vielen verschiedenen Krankheitsbildern wie z.B. Neoplasien, Autoimmunerkrankungen, Transplantatabstoßung und verschiedenen Infektionen anzutreffen sind. Somit empfiehlt sich sIL2R als Marker für die Diagnose, therapeutische Bewertung und Behandlung von Krebserkrankungen sowie als Indikator für ein breites Spektrum von Erkrankungen, die mit einer aktiven Immunabwehr einhergehen.
Prinzip des Verfahrens
Der IMMULITE 2000 IL-2R ist ein Festphasen-gebundener, immunometrischer Sandwich-Chemilumineszenzassay. Die feste Phase (eine Kugel beschichtet mit monoklonalem anti-IL-2R Mausantikörper) wird mit Reagenz (enthält einen polyklonalen, mit alkalischer Phosphatase konjugierten, anti-IL-2R Kaninchenantikörper) und Probe gemischt. Die Feste Phase, Reagenz und Probe werden zusammen inkubiert. Lösliches IL-2R in der Probe bindet an den Antikörper auf der festen Phase und bildet mit dem Antikörper des Reagenzeinen Sandwich-Komplex auf der Kugel. Ungebundene Enzymkonjugate werden durch einen zentrifugalen Waschvorgang entfernt. Schließlich wird Chemilumineszenzsubstrat zur Kugel hinzugegeben und daraufhin ein der Menge des gebundenen Enzyms entsprechendes Signal erzeugt.
Literatur
Fa. Siemens Immulite - Packungsbeilage Fauser J, Klotz W, et al. The diagnostic pitfall of sIL-2R in hemophagocytic lymphohistiocytosis: A key marker lost in analytic translationJournal of Allergy and Clinical Immunology, 2025; 157, 275-276 La Rosée P. et al. Recommendations for the management of hemophagocytic lymphohistiocytosis in adults. Blood 2019; 133 (23): 2465–2477. doi: https://doi.org/10.1182/blood.2018894618 Gupta S, et al. Role of Serum Soluble Interleukin-2 Receptor Level in the Diagnosis of Sarcoidosis: A Systematic Review and Meta-Analysis. Sarcoidosis Vasc Diffuse Lung Dis. 2023 Mar 28;40(1):e2023005. doi: 10.36141/svdld.v40i1.13499. Angotzi F, et al. Serum soluble interleukin-2 receptor levels in hairy cell leukaemia as a marker of tumour burden with prognostic value and as a tool for disease monitoring. Br J Haematol. 2025 Oct;207(4):1357-1365. doi: 10.1111/bjh.70059. Epub 2025 Jul 29
Ergebniseinheit
U/ml
Einheiten(sonstige)
keine
Synonyme
sCD25
Analysenfrequenz
Montag bis Freitag; Samstag und Sonntag bis 10:00 Uhr
Nachforderungsmöglichkeit der Analyse
(Stunden, Tage)
2 Tage
Spezimen
(Plasma, Serum, Harn)
Serum
Sammelperiode
keine
Mindestvolumen pro Anforderung vor Zentrifugation
(vor Zentrifugation)
1 ml
Abnahmegefäß inkl. Zusatzstoffe
Serum Monovette
Abnahmegefäß inkl. Zusatzstoffe(sonstige)
keine
Spezielle Präanalytik - Probentransport
- Venenpunktion INTERN: - Transport über Rohrpost EXTERN: - abzentrifugiertes Serum muss spätestens 24 Stunden nach Blutabnahme am ZIMCL eintreffen. Die Probe gekühlt (2-8°C) versenden!
Messbereich
50 – 7 500 U/ml
Allgemeine Störungen
(z.B. Lipämie, Hämolyse, Bilirubinämie)
Die Verdünnung von Proben mit Konzentrationen <200 U/ml ist nicht zu empfehlen. Heterophile Antikörper in Humanseren können mit Immunglobulinen aus den Assaykomponenten reagieren und Interferenzerscheinungen innerhalb des in vitro Immunoassays verursachen. (Clin.Chem. 1988:34:27-33) Proben von Patienten, die häufig mit Tier- bzw. Tierserumprodukten zu tun haben, können die erwähnten Interferenzen verursachen und zu anomalen Resultaten führen. Bilirubin: Bilirubin hat in Konzentrationenbis zu 200 mg/l keinen Einfluss auf dieErgebnisse, der größer als die Impräzision des Assays selbst ist. Biotin: Proben, die Biotin in einer Konzentration von 1500 ng/ml enthalten, zeigen eine Veränderung der Ergebnisse von kleiner oder gleich 10 %. Größere Biotin-Konzentrationen als diese können zu falschen Ergebnissen bei Patientenproben führen. Hämolyse: Hämoglobin hat in Konzentrationen bis zu 512 mg/dl keinen Einfluss auf die Ergebnisse, der größer als die Impräzision des Assays selbst ist. Lipämie: Triglyceride hat in Konzentrationen bis zu 3000 mg/dl keinen Einfluss auf die Ergebnisse, der größer als die Impräzision des Assays selbst ist.
Kreuzreaktionen
(z.B. immunologisch)
Es wird erwartet, dass das Medikament Asfotase alfa (STRENSIQ®), eine rekombinante Form der alkalischen Heterophile Antikörper in Humanseren können mit Immunglobulinen aus den Assaykomponenten reagieren und Interferenzerscheinungen innerhalb des in vitro Immunoassays verursachen. (Clin.Chem. 1988:34:27-33) Proben von Patienten, die häufig mit Tier- bzw. Tierserumprodukten zu tun haben, können die erwähnten Interferenzen verursachen und zu anomalen Resultaten führen. Die verwendeten Reagenzien sind so konzipiert, dass das Risiko einer Interferenz mit den zu messenden Proben minimiert ist. Dennoch können potentiell Interaktionen zwischen seltenen Seren und den Testkomponenten auftreten.
Kennzeichnung des Analyse-Verfahrens nach MPG / IVDR
CE-IVD Zertfiikat
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