Beschreibung*
semiquantitative Bestimmung von Ketamin (R-Enantiomer!) aus Harn mittels Enzymimmunoassay
Ziel und Zweck der Untersuchung
Mit diesem Assay wird ausschließlich R-Ketamin erfasst. S-Ketamin (Esketamin) kann mit diesem Verfahren nicht bestimmt werden. Der Assay liefert ein vorläufiges analytisches Ergebnis. Zur Bestätigung positiver oder unplausibler Resultate ist ein spezifisches chromatographisch-massenspektrometrisches Verfahren erforderlich. Als Bestätigungsmethoden gelten die Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC-MS) bzw. die Flüssigchromatographie-Tandem-Massenspektrometrie (LC-MS/MS). Jedes Drogenscreening sollte stets im klinischen Kontext interpretiert und fachkundig beurteilt werden, insbesondere bei einem positiven Screeningbefund. Ein negatives Resultat kann bedeuten: • Es sind keine nachweisbaren Konzentrationen von R-Ketamin und/oder dessen kreuzreagierenden Metaboliten (Norketamin, Dehydronorketamin) vorhanden. • Die Konzentration von R-Ketamin und/oder kreuzreagierenden Metaboliten liegt unter der Nachweisgrenze des Assays. • Die Probe enthält ausschließlich S-Ketamin (Esketamin), das mit diesem Assay nicht erfasst wird. Interpretation eines positiven Ergebnisses Ein positives Resultat bedeutet: • R-Ketamin ist nachweisbar, oder • kreuzreagierende Substanzen bzw. Metaboliten (Norketamin oder Dehydronorketamin) sind vorhanden. Das vorliegende Ergebnis erlaubt keine Aussage darüber, welche der genannten Substanzen das positive Resultat verursacht hat. Ebenso kann aus einem positiven Screeningbefund weder auf den Schweregrad einer Intoxikation noch auf eine Beeinträchtigung geschlossen werden. Die gemessenen Konzentrationen sind mit Vorsicht zu interpretieren, da sie unter anderem durch die Urinverdünnung (Flüssigkeitsaufnahme), den Zeitpunkt der Probengewinnung sowie weitere biologische Faktoren beeinflusst werden können. Bei unplausiblen oder klinisch widersprüchlichen Ergebnissen wird der Zuweiser gebeten, umgehend mit dem ZIMCL Kontakt aufzunehmen und eine Bestätigungsanalyse mittels GC-MS oder LC-MS/MS zu veranlassen.
Prinzip des Verfahrens
Der Assay basiert auf der Konkurrenz zwischen dem freien Analyten in der Probe und der analytgekoppelten rekombinanten Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase (rG6PDH) um eine definierte Anzahl spezifischer ntikörperbindungsstellen. Ist kein freier Analyt in der Probe vorhanden, bindet der monoklonale Kaninchen- Antikörper gegen Ketamin an den mit rG6PDH gekoppelten Analyten und führt zu einer Abnahme der Enzymaktivität. Ist dagegen Ketamin in der Probe vorhanden, steigt die Enzymaktivität. Diese steht im direkten Zusammenhang mit der Ketamin-Konzentration. Endogenes G6PDH hat keinen Einfluss, da das Koenzym NAD lediglich mit dem im Assay verwendeten bakteriellen Enzym funktioniert. Die Enzymaktivität wird spektrophotometrisch bei 340 nm durch Messung der Umwandlung von Nikotinamid-Adenin-Dinukleotid (NAD) in NADH bestimmt.
Literatur
- Packungsbeilage - Gerätehandbuch - Rundschreiben
Ergebniseinheit
µg/l
Einheiten(sonstige)
Semiquantitativer Test mit Angabe eines dimensionslosen Zahlenwertes
Synonyme
keine
Analysenfrequenz
Täglich
Nachforderungsmöglichkeit der Analyse
(Stunden, Tage)
7 Tage
Spezimen
(Plasma, Serum, Harn)
Harn
Sammelperiode
Spontanharn
Mindestvolumen pro Anforderung vor Zentrifugation
(vor Zentrifugation)
1ml
Abnahmegefäß inkl. Zusatzstoffe
Urin Monovette
Abnahmegefäß inkl. Zusatzstoffe(sonstige)
keine
Spezielle Präanalytik - Probentransport
Nach der Abnahme sofort verschließen und bei 2–8 °C gekühlt lagern. Die Analyse muss innerhalb von 7 Tagen erfolgen. Bei längerer Lagerung die Probe bei −20 °C einfrieren; dort ist sie bis zu 2 Monate stabil. Zentrifugation 12 min ca. 2100 g (14+/-5°C).
Messbereich
20-500 µg/l
Allgemeine Störungen
(z.B. Lipämie, Hämolyse, Bilirubinämie)
Präanalytische Probenmanipulationen werden durch einen "Sample - Check" geprüft. Bei positivem "Sample - Check" (Probenverfälschungen ist wahrscheinlich) werden keine Resultate ausgegeben und eine Neueinsendung wird erbeten.
Kreuzreaktionen
(z.B. immunologisch)
Kreuzreaktivität (%) bei 50 µg/l Cut-Off: Norketamin 45,5 % Dehydronorketamin 12,2 % (S)-Ketamin 2,5 % Für Kreuzreaktivität mit strukturell verwandten und nicht verwandte Substanzen s. verlinktes Dokument
Kennzeichnung des Analyse-Verfahrens nach MPG / IVDR
CE IVDR
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